Ausstellung zeigt 600 Jahre Weinkultur
Eine Ausstellung mit dem Titel „Weinbau und Weinkultur in Rheinland-Pfalz“ wird ab kommenden Freitag, 8. Oktober, im Landesbibliothekszentrum Koblenz gezeigt. Weinbauminister Hendrik Hering ist Schirmherr der Ausstellung, die um 18 Uhr mit einem Einführungsvortrag von Gottfried Pahl eröffnet wird.
Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch das Weinschrifttum des Landes, vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Sie umfasst alle Anbaugebiete sowie wichtige Facetten der Weinkultur, wie Brauchtum, Religion und Gesundheit. Zur Veranschaulichung dienen zahlreiche Ausstellungsobjekte aus der fast 2000-jährigen Weinbaugeschichte des Landes. Sie reichen von der Römerzeit (z.B. Bacchus-Statue, Trinkgefäße) bis zur Blütezeit der Wein- und Sektstadt Koblenz (Sekt- und Weinflaschen, Trinkgefäße usw.). Schautafeln mit Fotos, Grafiken und Erläuterungstexten ergänzen und runden die Ausstellung ab.
Mit rund 64.000 Hektar bestockter Rebfläche verfügt Rheinland-Pfalz über nahezu zwei Drittel des gesamten Rebareals Deutschlands. Die Weinerzeugung ist sogar mehr als doppelt so hoch wie in allen anderen Bundesländern zusammen. Sechs der 13 Anbaugebiete liegen in Rheinland-Pfalz – darunter die beiden mit Abstand größten, Rheinhessen mit 26.500 und die Pfalz mit 23.500 Hektar.
Mehr als zwei Millionen Hektoliter Wein aus rheinland-pfälzischem Anbau werden jährlich exportiert; der Gesamtwert übersteigt 400 Millionen Euro. Das heutige Rheinland-Pfalz ist zugleich das älteste Anbaugebiet nördlich der Alpen. Es konnte seit römischer Zeit über alle Epochen seinen Stellenwert auch gegen ausländische Konkurrenz erhalten.
Die herausragende wirtschaftliche und soziale Bedeutung des Weinbaus spiegelt sich in einer reichhaltigen Buchproduktion zu allen Aspekten des Themas Wein. Schon in der Frühzeit des Buchdrucks, im 15. Jahrhundert, werden Texte über Weinbereitung und Weingenuss und die gesundheitsfördernde Wirkung des Weines veröffentlicht, so von Arnoldus de Villa Nova. Aber erst ausgangs des 17. Jahrhunderts erscheinen vereinzelt selbstständige Publikationen, die sich dem regionalen Weinbau widmen. In Portz’ Vini Rhenani (1672) wird erstmals der rheinische Weinbau thematisiert. Im 19. Jahrhundert findet endlich eine sprunghafte Ausweitung der Schriften über die einzelnen Anbaugebiete statt. Heute erscheint eine Flut an regionalen Weinführern, meist unter kulinarischen und touristischen Aspekten.
- Die Ausstellung ist bis Samstag, 27. November, zu sehen – jeweils Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr.
